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Blutdruck
12.05.09
www.herzschutz.at

Rubrik: Tipps

Von: Mag. R. Schwitzer

Bluthochdruck der "Silent Killer"

Galten bis jetzt Werte von bis zu 140/90 mm Hg als »noch normal«, muss auf Grund neuer Erkenntnisse jetzt bereits ab einem Blutdruck zwischen 120 und 140 mm Hg von einer »Vor-Bluthochdruck-Phase« gesprochen werden. Dieser neue Begriff hat zum Ziel, Menschen in einer frühen Phase des Bluthochdrucks zu erfassen und die drohende Erkrankung und mit all ihren Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall rechtzeitig in den Griff zu bekommen. Jeder vierte Österreicher leidet an Bluthochdruck. In Österreich haben ca. 28% der männlichen und 26% der weiblichen Einwohner einen Blutdruck über 140/90 mm Hg.

Obwohl in Umfragen fast 100% der Bevölkerung den Hochdruck als ernste Erkrankung bezeichnen, kennen nur 50% der Befragten ihren eigenen Blutdruckwert.
Dieser Prozentsatz hat in den letzten Jahren sogar noch leicht abgenommen. Man kann daher davon ausgehen, dass mindestens jeder zweite Bluthochdruckpatient (Hypertoniker) in Österreich nicht erkannt wird. Das bedeutet also, dass von den 2 Millionen vermuteten österreichischen Hypertonikern nur rund 1 Million von ihrer Erkrankung weiß.

In den USA wissen immerhin rund 70% der Betroffenen ĂĽber ihre Hypertonie Bescheid.
Um dieses Defizit zu beheben, empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie die Blutdruckselbstmessung. Allerdings reicht eine einzige Messung allein nicht aus, um eine aussagekräftige Diagnose stellen zu können. Denn der individuelle Blutdruck ist starken physiologischen Schwankungen unterworfen, je nach Tageszeit.

»Einen Herzschlag voraus«
Die Statistik der damit zusammenhängenden Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich ist dramatisch: Jeder Zweite erkrankt und stirbt letztendlich daran. Bis zum 60. Lebensjahr sind Männer häufiger davon betroffen. Doch in der Menopause, durch die Reduktion der weiblichen Hormone, ist der »Gefäßschutz« der Frauen nicht mehr ausreichend vorhanden. Die Folge: Beide Geschlechter sind nun fast gleich oft davon betroffen, Frauen sogar leicht mehr. Häufig führen Herz-Kreislauferkrankungen auch zu chronischen Krankheitsverläufen mit Verlust an Lebensqualität. Geographisch gibt es in Österreich ein Ost-West-Gefälle: Die Zahl der Erkrankungen steigt von West nach Ost an.

»Gefäße und Organe unter Dauerdruck«
Kurzzeitig erhöhte Blutdruckwerte bei Anstrengung oder Aufregung sind normal, dauernd erhöhte Werte krankhaft. Gefäße und Organe, die unter erhöhtem Druck stehen, versuchen in den ersten Jahren durch einen Umbau und eine Verstärkung der Gefäßwand dem hohen Blutdruck standzuhalten. Dies gelingt jedoch nicht auf Dauer. Bei chronisch erhöhtem Druck kommt es zu schweren Gefäßveränderungen (Atherosklerose) aller arteriellen Gefäße und einer Verdickung der Herzwand. Dies führt bei Nichtbehandeln oft zu Herzinfarkt, Herzschwäche, Gefäßverschlüssen, Nierenversagen und Schlaganfall.

Bluthochdruck – eine Form der Fettkrankheit?
Der durch das so genannte Metabolische Syndrom – bauchbetonte Fettleibigkeit, Adipositas, Blutfetterhöhung mit v.a. hohen Triglyzeriden und niedrigem HDL-Cholesterin, Blutzuckerstoffwechselstörung – verursachte Bluthochdruck ist die verbreitetste Hypertonieform überhaupt.
Daher kann nach heutigem Wissensstand davon ausgegangen werden, dass Bluthochdruck – ähnlich wie Diabetes mellitus – eine Fettstoffwechselkrankheit auf Basis des Metabolischen Syndroms ist.
Kurz gesagt: Bluthochdruck ist meist eine Wohlstandskrankheit!

bisher gĂĽltige Richtlinien

die neuen Richtlinien

MaĂźnahmen


normal

bis 135/85

normal

bis 120/80

.

noch normal

bis 140/90

Prähypertonie

bis 140/90

Lebensstil ändern!

Hypertonie 1

bis 160/100

Hypertonie 1

bis 160/100

Lebensstil + 1 Medikament

Hypertonie 2

bis 180/110

Hypertonie 2

ĂĽber 160/100

Lebensstil + 2 Medikamente

Hypertonie 3

ĂĽber 180/110

.

.

.



Lifestyle-Syndrom Bluthochdruck
Bisher gestaltete sich die therapeutische Vorgehensweise beim Metabolischen Syndrom wie folgt:
Bei Adipositas, also krankhaftem Übergewicht, wird eine Lebensstiländerung, die zur Gewichtsreduktion führt, empfohlen,
bei Diabetes und erhöhten Blutfettwerten wird zuerst eine Lebensstiländerung (drei monatige fettarme Diät) empfohlen, und falls keine Besserung auftritt, wird medikamentös behandelt,
nur bei einem Symptom, nämlich der Hypertonie, wird sofort medikamentös behandelt, so als ob eine Lebensstiländerung bei Hypertonie so gut wie gar nichts brächte.

Doch man weiß nun, dass die Hypertonie stark mit dem Körperfettanteil und der viszeralen (bauchbetonten) Fettverteilung zusammenhängt. Wer also zum »Apfeltyp« gehört und seine »Reservetanks« in Schwimmreifenform um den Bauch trägt, hat ein deutlich höheres Risiko an Herz-Kreislaufkrankheiten zu erkranken als der »Birnentyp«, der die typisch weiblichen, hüftbetonten Fettpolster trägt.

Lebensstiländerung


Wiedererlangen des normalen Körpergewichts

5–20 mm Hg/ 10 kg Gewichtsverlust

fettarme Ernährung + Gemüse, Obst

8–14 mm Hg

Natrium(=Salz)reduktion

2–8 mm Hg

körperliche Aktivität

4–9 mm Hg

Alkoholkonsum einschränken (nicht mehr als 2 Drinks/Tag)

2–4 mm Hg


Wollen Sie noch mehr über Bluthochdruck erfahren so empfehle ich ihnen die Seite www.herzschutz.at, natürlich berate ich Sie auch gerne persönlich.

Quellen: herzschutz.at & apotheker.or.at


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