Der Verein licht.blicke-demenz.hilfe.tirol veranstaltete in den Ursulienensälen in Innsbruck am 13. Mai den 2. Tiroler Demenztag.
Über 400 Besucher nützten die Möglichkeit sich während des ganzen Tages in 6 Vorträgen über die unterschiedlichen Aspekte zum Thema Alter und Demenz zu informieren. In einer angeschlossenen Ausstellung wurde neben Gesundheitstests zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten präsentiert und persönliche Beratung angeboten.
Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Wien konnte eindrucksvoll ausführen, wie weit die Medizin das Thema Altern bereits erforscht hat, dass an zahlreichen Biomarkern die Disposition zu diversen Alterserkrankungen erkannt werden kann. Welches Potenzial im eigenen Körpers und in der Natur steckt, kann medizinisch nachgewiesen werden. Nicht nur Bewegung, auch 14 Stunden Fasten motivieren die Regenerationskräfte des Körpers. Die Wirkung der Hormone auf den Alterungsprozess ist erwiesen, auch die Erforschung der pflanzlichen Abwehrmechanismen eröffnen der Medizin neue Möglichkeiten. Dem Alterungsprozess kann entgegengewirkt werden, aber wenn die ersten Symptome auftreten, ist es zu spät.
Demenz kann jeden von uns von heute auf morgen treffen, ob als Betroffener oder als Angehöriger – und dann ist nichts mehr so wie es vorher war! Dr. Thomas Walch, stv. Leiter der Gedächtnisambulanz in Innsbruck erklärte die Erkennungsmerkmale von Demenz und den Verlauf der Krankheit. Demenz ist nicht heilbar, kann nicht verhindert, wohl aber hinausgezögert werden.
Wichtig dafür sind Vorsorgeuntersuchungen, aber schon in einem Alter, wo noch niemand an Demenz denkt. Demente Menschen haben zwar ihren eigenen Zugang zur „Wirklichkeit“, die sich vielfach in der Vergangenheit abspielt, aber trotzdem Gefühle und Empfindungen in der Gegenwart. Ein an Demenz Erkrankter kann sich nicht „zusammennehmen“. Diese Tatsache zu akzeptieren ist oft den Angehörigen schwierig. Den Erkrankten in seiner Welt zu lassen, aber trotzdem dessen emotionale Empfindungen wahrzunehmen - nur so ist ein Altern in Würde möglich - nur so kann eine positive Atmosphäre zwischen Patient und pflegendem Angehörigen geschaffen werden.
„Die große Zahl der interessierten BesucherInnen zeigt eindrucksvoll, wie relevant dieses Thema für die Tiroler Bevölkerung geworden ist und wie dringend Information und Hilfe benötigt wird. Schon jetzt sind in Tirol 9000 an Demenz erkrankt– Tendenz stark steigend. In 5 Jahren rechnet man damit, dass nahezu jede Familie davon betroffen sein wird. Die Vorträge machen deutlich, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind. Prof. DDr. Huber hat aufgezeigt, wie das Alter seinen Schrecken verlieren könnte, wenn man die Zusammenhänge kennt und rechtzeitig vorbeugt. Hier muss die Bewusstseinsbildung beginnen. Der Demenztag hat uns gezeigt, dass wir mit unserer Arbeit am richtigen Weg sind und motiviert den Verein licht.blicke-demenz.hilfe.tirol für seine zukünftige Arbeit“ Ingeborg Freudenthaler ( Vorsitzende des Vereins).
Wir haben in Tirol zahlreiche fachkompetente Stellen, die sich mit Demenz auf unterschiedlichste Weise beschäftigen. Der Verein licht.blicke-demenz.hilfe.tirol lädt alle diese Stellen zur Mitarbeit ein. Tirol als Vorreiterland im Umgang mit Demenz zu etablieren ist ein großes Ziel. Um dies zu erreichen, benötigen wir jedoch die Mithilfe jedes/jeder Einzelnen, vor allem aber die Mithilfe der
Medien.
Gemeinsam können wir es schaffen.
Gibt es ein schöneres Ziel, als ein Altern in Würde zu ermöglichen?
Veranstalter:
licht.blicke-demenz.hilfe.tirol e.V.
6020 Innsbruck
Tel. +43 681 10450090
www.demenzhilfe-tirol.at
info@demenzhilfe-tirol.at
2. Tiroler Demenztag
16.05.09
Rubrik: Aktuelles









